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Montag, 2. Dezember 2013

Ein Lob auf die Verfrorenheit


Es riecht nach Glühwein und nach Mandeln,
nach Düften, die die Welt verwandeln,
Man sieht Tannen, Buden, Karussells,
aus den Boxen dröhnt laut „Jingle Bells“.

Man trinkt Glühwein, gleich nen Liter,
weiß, der nächste Morgen wird wohl bitter.
Man schaut sich ausgelegte Waren an,
und fragt sich, wer den Plunder wohl gebrauchen kann.

Da gibt es Kunstschmuck, echt aus Nickel,
Ökowoll-Pullover voller Flusenpickel,
Es gibt Ständ mit Keksen und auch mit Gewürzen,
es riecht nach Curry, Mandeln, Pfürzen.

Wie einst Klein-Jesus sieht man Kinder Bratwurst essen,
und Erwachsene den 1-Meter-Fleischwurstspieß auffressen.
Es sind Buden wie einst zumal in Betlehem,
die Holde seufzt: „Ach ist das schön.“

So gehen wir Arm in Arm spazieren,
und fängt die Holde an zu frieren,
zieht sie mich entschlossen und behände,
an die nächsten Glühweinstände.

„Weißt Du eigentlich, wie schön das ist,
dass Du so eine verfrorene Nase bist?“,
höre ich mich glücklich flachsen,
und spür nen Plan tief in mir wachsen:

Ihre Winterkleidung wird versteckt,
und alles was nach Wärme schmeckt.
So kann ich ihr immer sagen: „Du musst Dich wärmen“,
und darf mich nie mehr vom Glühweinstand entfernen.

Ist die nächsten Tage also nichts von mir zu hören,
braucht Sie das gar nicht erst zu stören.
Sie wissen ja, wo Sie mich suchen sollten.
Am Glühweinstand – wärmend bei der Holden.

Zu dieser Mission bin ich bereit –
Oh du schöne Weihnachtszeit!